
So trainierst du dein Gehirn, auf Lösungen zu fokussieren
Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, sich auf negative Aspekte zu konzentrieren – doch dieses Muster lässt sich verändern.
Kürzlich habe ich das Buch Relentless Solution Focus gelesen und darin zahlreiche interessante Ansätze gefunden, die mich beeindruckt haben. In diesem Artikel stelle ich die wichtigsten Erkenntnisse daraus vor und zeige eine Methode, mit der du dein Denken gezielt auf Lösungen lenken kannst.
Denn, hattest du schon einmal den Eindruck gehabt, dich eher ein Problem als auf mögliche Lösungen zu konzentrieren?
Hier erfährst du, weshalb das Gehirn mit Negationen Schwierigkeiten hat, wie du Produkt- und Prozessziele sinnvoll einsetzen kannst und welche täglichen Übungen dir helfen, dein Mindset dauerhaft zu verändern.
Von der Problemschleife zur Lösung – in 60 Sekunden
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Kennst du das? Ein Problem beschäftigt dich, dein Kopf arbeitet unaufhörlich, und mit jedem Gedanken verstrickst du dich tiefer in eine negative Spirale. Dein Gehirn konzentriert sich scheinbar automatisch nur noch auf das Negative. Dieses Muster lässt sich erkennen – und gezielt unterbrechen.
Der Trick: Stelle genau dann einen Timer auf 60 Sekunden und nimm dir exakt eine Minute, um über das Problem nachzudenken. Aber! Sobald der Timer klingelt, frage dich:
„Was ist eine Sache, die ich JETZT tun kann, um mich besser zu fühlen?“
Mit dieser Frage lenkst du dich bewusst vom Grübeln hin zur aktiven Lösungssuche und hast dir trotzdem Zeit gelassen über das Problem zu nachzudenken. Das klingt einfach, erfordert jedoch etwas Übung. Doch nach und nach verändert sich dadurch deine Denkweise nachhaltig. Ich habe es selbst ausprobiert – und es funktioniert.
Warum dein Gehirn keine "Neins" versteht
Unser Gehirn tut sich schwer mit Negationen. Versuch einmal, NICHT an einen WEISSEN HUND zu denken. NICHT an einen WEISSEN HUND der dir die Pfote gibt.
Schon taucht so ein Bild vor deinem inneren Auge auf, richtig?
Das bedeutet: Wenn du dir immer wieder sagst „Jetzt bloß nichts Blödes sagen“, lenkst du deine Aufmerksamkeit genau darauf. Genau! „Was Blödes sagen.“ Stattdessen solltest du dir klare, positiv formulierte Ziele setzen – sowohl langfristig als auch kurzfristig. Das ist jedoch oft leichter gesagt als getan, weil dir ein Ziel in der Zukuft gar nicht hilft heute oder morgen genau das richtig zu tun.
Deshalb geht das Buch an dieser Stelle über gängige Theorien hinaus und zeigt anschaulich, wie du deine Ziele so formulieren kannst, dass du dein Denken täglich gezielt in eine produktive Richtung lenkst. Dabei unterteilt es das, was du erreichen möchtest, in zwei verschiedene Zieltypen.
Produkt- vs. Prozessziele
Ein entscheidender Aha-Moment für mich war deshalb die Unterscheidung zwischen Produkt- und Prozesszielen:
- Produktziel: Das Endergebnis (z. B. „Ich will bis Weihnachten 79 kg wiegen“).
- Prozessziel: Die Handlung, die dorthin führt (z. B. „Ich stehe täglich 5 Uhr auf und mache zuerst 30 Minuten Sport“).

Im Buch wird empfohlen, sich jeweils nur ein berufliches und ein persönliches Ziel zu setzen, da sonst die Konzentration verloren geht. Die Ausrichtung auf das Produktziel bietet eine langfristige Perspektive, während das Prozessziel hilft, täglich nachvollziehbare Fortschritte zu erzielen.
Der Vorteil liegt darin, dass du das Prozessziel jeden Tag überprüfen und entsprechend anpassen kannst, je nachdem, wie gut oder weniger gut es funktioniert hat.
Die 90-Sekunden-Erfolgsroutine

Eine besonders wirksame Methode ist das Erfolgs-Log – ein tägliches 90-Sekunden-Ritual zum Training des positiven Fokus udn die Anpassung deines Prozessziels. So funktioniert es:
- Schreibe drei kleine Erfolge der letzten 24 Stunden auf.
- Bewerte auf einer Skala von 1–10, wie gut du dein berufliches Prozessziel verfolgt hast.
- Bewerte auf einer Skala von 1–10, wie gut du dein persönliches Prozessziel verfolgt hast.
- Überlege, was du in den nächsten 24 Stunden verbessern möchtest.
- Bestimme eine kleine Aktion, um genau das umzusetzen. Und ggf. auch das Prozessziel anpassen.
- Bewerte abschließend von 1-10, wie gut du heute mental auf Lösungen fokussiert warst. (Bei 10 hast du es immer (100%) geschafft, innerhalb von 60 Sekunden zu Lösungen zu wechseln, bei 5 nur bei der Hälfte (50%) der Fälle usw.)
Klingt machbar, oder? Gerade weil es nur 90 Sekunden dauert, ist es eine simple und effektive Möglichkeit, dein Denken langfristig umzuprogrammieren.
Training: Mental Workout
Eine weitere Methode aus dem Buch ist das Mental Workout, eine tägliche Übung, um dein Gehirn systematisch auf Lösungen bzw. deine Langfristige Vision zu trainieren:

- Atmung: Nutze die 6-2-7-Atemtechnik (6 Sekunden einatmen, 2 Sekunden halten, 7 Sekunden ausatmen).
- Mantra/Identity Statement: Wiederhole deine kraftvolle Aussage, Vision oder Leitsatz wie „Ich bin ... “. (Hier gibt es eine schöne Methode um ein Leitsatz oder Leitbild für dich zu entwickeln die ich auch in den Coachings anwende, wenn du noch keinen hast.)
- Visual Key Moments: Stelle dir die zwei Schlüsselmomente vor, die mit deinen zwei Produktzielen (beruflich & persönlich) verbunden sind – kurze, prägnante Bilder statt eines langen Films.
- Identity Statement: Wiederhole dein “Mantra” oder “Visions-Satz”, um es in dein Bewusstsein einzuprägen.
Was sind Visual Key Moments?
Visual Key Moments sind kurze mentale Bilder, die dein Gehirn auf das gewünschte Ziel ausrichten. Anstatt dir einen langen Film deiner Zukunft vorzustellen, konzentrierst du dich auf zwei prägnante Szenen, die den Erfolg deiner Produktziele symbolisieren. Das könnte zum Beispiel der Moment sein, in dem du stolz den Pokal hoch hebst oder nach einer wichtigen Präsentation per Handschlag ein Kompliment von einer dir wichtigen Person bekommst.
Diese Technik hilft dir, deine Motivation hochzuhalten und dein Gehirn auf langfristigen Erfolg zu programmieren.
Dein kleiner Schritt, um zu starten
Starte heute damit, ein Erfolgstagebuch zu führen. Notiere morgens oder abends drei kleine Erfolge aus den vergangenen 24 Stunden und überlege dir eine Sache, die du in den nächsten 24 Stunden verbessern möchtest. Wähle eine konkrete, umsetzbare Handlung, um dieses Ziel anzugehen – und beobachte, wie sich dein Fokus verändert!